Radsport News

Van der Poel holt sich den Doktorhut beim Cyclocross in Brüssel

Der Cyclo Cross auf dem Gelände der Brüsseler Universität zählt zur DVV Troffee. Beim ersten Rennen der Troffee in Oudenaarde hatte Mathieu Van der Poel extrem eeca5-196e6f_40a5c7f6c26e4b42b371b97d72c05275mv2_d_2304_1536_s_2

geschwächelt und viel Zeit verloren. Seitdem hat er alle Rennen dieses Wettbewerbs in Folge gewonnen. Aber erst heute gelang es ihm, den sich von Toen Aerts entscheidend abzusetzen. Schon beim Cyclo Cross in Baal hatte er die Gesamtwertung übernommen. Noch steht ein Wettbewerb im belgischen Lille aus. Aber die 58 Sekunden Vorsprung sollten eigentlich langen. Es sei denn, er hätte wieder einen solchen rabenschwarzen Tag wie am Beginn der Trofee in Oudenaarde.                                                                              Heute jedenfalls ließ er von Beginn keinen Zweifel, dass er sich die Gesamtwertung der Serie holen wollten. Niemand konnte ihm richtig folgen und am Ende kam er 45 Sekunden vor Toen Aerts ins Ziel. Der hat nun über 4:30 Minuten Vorsprung vor Michael Vanthourenhout und sollte den zweiten Platz bei der DVV Verzekeringen Trofee sicher haben. 84129-196e6f_d7b411eb13d24fd19e2a9451037bcb71mv2

Wout Van Aert ist bei diesen Wettberwerb schon in Baal nicht mehr angetreten. Der Weltmeister ist auf ein Rennen in Frankreich ausgewichen. Er soll von den Organisatoren vom Cyclo Cross in La Meziere in der Bretagne 20000 Euro Antrittsgeld bekommen haben. Der Sieg war ein weiteres Trostpflaster für die angekratzte Verfassung von Wout Van Aert.           In Brüssel waren auch die deutschen Fahrer Marcel Meisen und Sascha Weber am Start. Sascha Weber kam auf den 13. Rang mit 5 Minuten Rückstand auf den Sieger. Der Deutsche Meister Marcel Meisen beendete das Rennen vorzeitig.

 

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Richard Virenque wird von Eurosport hinauskomplementiert

Richard Virenque ist der Liebling aller Franzosen. Bei der Tour de France hatte er seinerzeit die Bergwertung dominiert und so jeden Tag Jubelstürme  verursacht. Bis zu jenem berüchtigten Tag, als die Festina Affaire begann und viele Radsportler mit ihren Spritzen auf die Polizeireviere eskortiert wurden. Man sprach davon, dass die heruntergelassenen Hosen jetzt nicht die angenehmste Situation für Richard Virenque waren. Das Ende der Karriere auf der Straße war zwangsläufig, aber nur vor kurzer Dauer. Denn die Franzosen verzeihen gerne; besonders einem Nationalhelden wird gerne vergeben. Wenn er Franzose ist. So wurde Richard Virenque in seinem zweiten Leben Beschützer der Herzen und Eurosport  Kommentator. Natürlich nur für Frankreich, denn in Deutschland denkt mensch ein wenig anders über die Thematik. Zudem sah man ihn sehr häufig mit seiner Herzdelinquentengruppe 2 Stunden vor dem Peloton daherradeln.

60 Prozent weniger hat Eurosport ihm für seine Dienste angeboten. Diese Dienste sollen um die Vuelta  a Espana verkürzt  werden. Richard Virenque kommentiert diese Geste mit den Worten: „Man will mir offensichtlich sagen, ich soll die Tür nehmen.“

Nun ist Eurosport ja kein europäischer Sender mehr, seitdem er vom Sponsor seines damaligen Konkurrenten Lance Armstrong, dem Discovery Channel gekauft wurde. Der Discovery Channel verdient sein Geld damit, dass er irgendwelche unbedarfte Menschen nach Alaska schickt und sie Gold suchen oder Bären jagen lässt. Das brachte jedenfalls soviel Geld in die Kasse, um ins europäische Sportgeschäft einzusteigen. Nicht genug anscheinend, um Virenque bezahlen zu können oder zu wollen. Bekannte deutsche Skisprung Kommentatoren mussten vor einigen Jahren ja auch den Hut nehmen, weil die Firmenpolitik das jüngere Publikum ansprechen wollte. Die Sendung hat sich seitdem nicht gerade verbessert, so dass viele wieder auf den öffentlichrechtlichen Rundfunk ausgewichen sind.

Der Fall Virenque könnte auch ein klassisches Eigentor werden, zumal man immer mit der Mentalität der französischen Gelbwesten rechnen muss. Die Franzosen haben da seit dem Sturm auf die Bastille einiges an Tradition aufgebaut und so ein amerikanischer Sender steht nicht unbedingt auf der geliebten Positivseite. Die Sache mit dem Idol Virenque dürfte somit noch nicht endgültig geklärt sein.

Vincenzo Nibali ist noch unentschlossen

 

Zuletzt wurde in Italien wieder ein Interview mit Vincenzo Nibali  mit dem Tenor “ Ich weiß noch gar nichts“ veröffentlicht.  Gut, es ist Saure Gurkenzeit und die Kollegen lauern die Radsportstars  auf um irgendwie ihre Existenz im Winter zu rechtfertigen. Da wird dann auch mal die Nachgeburt fürs Baby ausgegeben. Jede Antwort und wenn sie auch nur hingeworfen wird, wird als letzte Weisheit des Athleten verkauft.

 Was dazu sagen kann ist, dass der Hai von Messina noch völlig unentschlossen ist. Er weiß noch nicht mal, ob er nächstes Jahr für Bahrain Merida fährt. Und ob er Giro und Tour verdoppeln will, wie es die Kollegen herauslesen wollen ist auch nicht sicher. Das hängt natürlich vom Trikot ab, in dem Nibali im nächsten Jahr an den Start gehen wird. Natürlich sitzt die verletzungsbedingte Aufgabe bei der Tour noch im Gehirn. Da will man was gutmachen. D.h. ich würde es wollen.

Giro oder Tour oder beides. Warten wir es doch einfach ab, bis der große Meister seine Gedanken gesammelt hat.

Das Ende der Sklaverei im Frauenradsport?

 

Ansätze zu Veränderungen hatte es in den letzten Jahren einige gegeben. Nur konnte man diese bestenfalls mit dem Prädikat bemüht auszeichnen. Meistens waren es launige Ankündigungen um eine Abstimmung zu beeinflussen. David Lappartient will jetzt im zweiten Jahr seiner Präsidentschaft endlich das Problem angehen.

Bislang gibt es 46 Frauenteams die bei der UCI registriert sind. Obwohl alle in der gleichen Liga spielen, haben die besten 15 einen besonderen Rang. Diesen werden automatisch zu allen World Tour Rennen der Frauen eingeladen. Sie sind aber nicht zur Teilnahme verpflichtet.

Finanziell gesehen ist die Situation der Profiradsportlerinnen katastrophal. Über 60 Prozent der Radsportlerinnen erhalten weniger als 10000 Euro im Monat. 17 Prozent bekommen überhaupt kein Gehalt. Das heißt, die Mehrzahl der Radsportlerinnen liegt unter Hartz 4 Niveau, würden sie in Deutschland leben.

Money for nothing and the Chicks for free. Ein weiteres Problem ist die sexuelle Belästigung der Frauen im Sport und nicht nur im Radsport. Die englischen Radsportlerinnen haben vor einiger Zeit aufgedeckt, welche Verhältnisse im britischen Frauen Radsport herrschen. Das Problem dürfte nicht auf die Insel beschränkt sein.

Die UCI  unter ihren neuen Präsidenten hat für 2019 einen Verhaltenkodex geschafffen, den alle Beteiligten unterschreiben müssen. Bei Verstößen soll es Sanktionen geben. 

Die Strukturen bei den Frauen sollen erst 2020 geändert werden. Dann wird es zwei Kategorien von Rennen geben, die World Tour  Teams und die Procontinental Teams. Wie bei den Männern.

Man hat z.B. die Absicht, die Frauen Rennen parallel zu den Männer Rennen aus zu tragen.

Doch nur bei den World Tour Teams soll es Mindestlöhne geben.

Das sind schon heute die Teams, die ihre Fahrerinnen einigermaßen anständig bezahlen. Für den großen Rest der Frauen wird die Situation ähnlich schlecht bleiben wie bei den Männern in der Continental Klasse.

Abschaffung der Sklaverei im Radsport? Ich fürchte, es ist mal wieder nur ein großes Wort.

Die deutsche Rad Nationalmannschaft reist nach China

 

Stellen sie sich bitte unter der deutschen Nationalmannschaft nicht etwas Großartiges vor.  Es sind jetzt nicht die Kittels und Greipels die hier starten. Es sind die Jungens aus den drittklassigen Teams, die sonst nur in der Bundesliga eine gewisse Rolle spielen. Erwarten sie deshalb nicht zu viel von den jungen Burschen. Die Saison war lang und jetzt macht  zum Ende hin die Olson Bande einen Ausflug nach China. Das wäre auch ein passender Titel für diese Reihe.

“ Die Olson Bande versucht sich in China.“

Die Tour of Fouzhou ist jetzt auch das Rennen, wo sich die internationale Elite trifft. Diese Jungs warten in der Karibik auf den Beginn der Winter Ski Saison.

Bei der Tour Of Fuzhou treffen kleinen Teams aus Asien auf die kleinen Teams aus China. Die Meldung von dem neuen chinesischen Superteams unter englischer Leitung war wohl die Ente des Jahres. Man hat viel darüber gelacht und manchen kamen sogar die Tränen. Fünf Jahre  lang wollte man die Tour de France beherrschen. Jetzt radelt man ab und zu durch China, mit mäßigen Resultaten.

Was nicht ist kann ja noch werden.

Die Rundfahrt bei Fuzhou entfernt sich weit von dieser chinesischen Metropole am Südchinesischen Meer. Oft gibt es irgendwo ein paar Runden und dann einen Abstecher in die Berge. Wie heute auf der Etappe von Ma Wei nach Ku Liang. 2 Runden bei Ma Wei und dann 30 km nach Ku liang. Ku Liang wird auch mal Gu Ling geschrieben. Ist aber dasselbe. Die letzten 10 km hatten es aber in sich. Sie führten von 10 Meter Meereshöhe auf über 700 m. Das ist recht ordentlich.

Das die deutschen Jungs da ihren Jetlag noch nicht abgestreift hatten kann man verstehen. Vielleicht wollen aber einfach nur ein wenig ausradeln. Bester der Etappe wurde Hennig Bommel vom Team Rad-net an Deutschland ausgeliehen . Er kam auf Rang 43 in Ziel und hatte über 3:30 Minuten Rückstand auf den Führenden.

Die anderen ließen sich noch mehr Zeit und fingen sich mindestens 5 Minuten Rückstand ein. Wenigsten hat sich keiner schon am ersten Tag die Blöße gegeben und das Rennen verlassen.

Vielleicht ist das Meer auch zu weit vom Hotel und das Wasser um die Industriestadt Fuzhou zu dreckig. Ich weiß es nicht.

Gewonnen hat das Rennen der international stark nicht bekannte Lyu Jiangjng vom Team Hengxiang Cycling, der immerhin schon bei der Tour of Hainan die Bergwertung gewonnen hatte. Die Tour of Fuzhou ist nun sein zweites Rennen in diesem Jahr.

Man sieht, ein aufstrebendes Talent, das die Chinesen mal so eben aus dem Hut gezaubert haben. Der Junge ist gerade mal 20 geworden.

Die anderen Koryphäen  des Rennens sind jetzt auch nicht so bekannt in der Radsportszene. Auffallend ist allerdings, das  Erythrea   4 Fahrer unter die ersten 11 gebracht hat.

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Die Zeit heilt die Wunde nicht

Manche Zeitungen halten die Tour de France für die einzige Rundfahrt der Welt. Radrennen wird mit der Tour gleichgesetzt und auch die negativen Ereignisse bei der Rundfahrt Anfang des Jahrtausends sind auch heute noch der Aufhänger für negative Kommentare. Die Wunde sitzt und will auch von der verantwortlichen Redakteuren nicht ausgeheilt werden.

Erst heute ist mir ein alter Artikel aus der Zeit wieder aufgefallen. Von der Tour de France 2017. Start war in Düsseldorf. Man bemängelte natürlich, dass schon vor Beginn der damaligen Tour ein Fahrer ausgeschäkelt wurde weil er gedopt war.

Das Aufdeckung von Dopingfällen gut für den Radsport ist und zu einem sauberen Radsport führt, wurde schnell mal umgedreht in ein „da seht ihr es wieder.“

Das allgemein in allen Sportarten gedopt wird und dort die Aufdeckung von vielen verhindert wird, um dem Image nicht zu schaden, wird selten erwähnt.

DIe Tour ist für die meisten auch heute die meisten immer noch das Maß aller Dinge im Radsport. Vielleicht zu recht.

Aber es gibt noch viele andere Rennen. Wie die Tour de Okinawa zum Beispiel. Dort fuhr das deutsche Team SKS Sauerland. Einer der Fahrer hat es bei dem 210 km langen Rennen unter die ersten 10 geschafft. Der deutsche Fahrer Louis Leinau wurde 9. mit einem Abstand von 2:50 Minuten auf den Sieger Alan Marangoni vom Team Nippo Fantini.

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